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Die Verwaltung des »Hauses des Amun« in der 18. Dynastie


Studien zur altägyptischen Kultur (SAK), Beihefte 07. 2000. X, 382 Seiten.
978-3-87548-232-4. Gebunden
EUR 98,00


Am Beispiel des Amuntempels von Karnak in Theben wird hier einer der drei großen Verwaltungsbereiche des ägyptischen Staates der 18. Dynastie (ca. 1550–1305 v. Chr.) untersucht: die Verwaltung des säkularen Teils einer religiösen Institution.

Im ersten Teil sind alle zur Verwaltung gehörigen Personen katalogisiert. Aufgenommen wurden jeweils der Name, sämtliche Titel, Datierung und Quellennachweise zur Person. Dieser Katalog umfaßt ca. 600 Personen und ca. 300 verschiedene Titel.

Im zweiten Teil wird das im Katalog gesammelte Material ausgewertet. Für die Gliederung dieser Auswertung war ausschlaggebend, daß die Beamtentitel im Katalog in Gruppen fallen, die verschiedene Institutionen innerhalb der Tempelverwaltung erkennen lassen. Weiterhin gibt es eine Gruppe von Titeln, die keiner dieser Institutionen zuzuordnen sind und die durch den bloßen Titelzusatz "des Amun" anzeigen, daß sie zur Tempelverwaltung gehören. Mit dieser Auswertung wird ein Bild von der Organisationsstruktur der verschiedenen Institutionen erstellt.

Im Anschluß daran wird auf allgemeine soziologische Fragestellungen eingegangen. So kann einerseits die Einbettung der Tempelverwaltung in das Gesamtgebilde des Staates herausgearbeitet und andererseits ein Blick auf die Statik oder Dynamik der ägyptischen Gesellschaft geworfen werden.

Im abschließenden Kapitel werden die erzielten Ergebnisse zusammengefaßt. Darüber hinaus wird den bis dahin untersuchten Dimensionen der Organisationsstruktur und der soziologischen Struktur eine historische Dimension hinzugefügt. Es wird eine Entwicklung der Tempelverwaltung in der 18. Dynastie faßbar, die es erlaubt, die dargestellten Vorgänge und Strukturen in ihren historischen Kontext einzuordnen.
Selke Susan Eichler ist es gelungen, anhand des ihr zur Verfügung stehenden Materials einen sehr umfassenden Einblick in die Verwaltung des pr Jmn in der 18. Dynastie zu geben.Dabei wird vom Domänenvorsteher bis zum Briefeschreiber des Hohenpriesters des Amun auf alle Titel in sämtlichen Hierarchieebenen eingegangen. Obwohl im Gegensatz zur Ramessidenzeit aus der 18. Dynastie kaum bürokratische Akten vorhanden sind, ist es der Autorin geglückt, den Begriff der Verwaltung mit Leben zu füllen. (Bibliotheca Orientalis LIX Nr 1-2, Januar-April 2002, S.53)