Das Bild zeigt den Namen des heutigen Feiertags in Deutscher Gebärdensprache (DGS), denn heute ist der Internationale Tag der Gebärdensprachen, begründet im Jahr 1951 von der World Federation of the Deaf.


„Gebärdensprachen?“ werden sich da manche fragen.
Genau, denn genauso wie sich etliche verschiedene Lautsprachen gebildet haben, haben sich im Laufe der Zeit auch viele verschiedene Gebärdensprachen entwickelt! Die Sprachgrenzen sind dabei unabhängig von denen der Lautsprachen, so ist die Amerikanische Gebärdensprache beispielsweise der Französischen Gebärdensprache sehr viel ähnlicher als der Britischen.
Auch in ihren sprachlichen Eigenschaften ahmen Gebärdensprachen die Lautsprachen keineswegs nach: In der Deutschen Gebärdensprache (DGS) können zum Beispiel Zahlen in andere Wörter integriert („inkorporiert“) werden, um Bedeutungen wie „drei Wochen“ auszudrücken, die in der deutschen Lautsprache immer mehrere Wörter bräuchten. Andersherum bedienen wir uns im gesprochenen und geschriebenen Deutsch sehr gerne den grammatischen Zeitformen der Verben, während in der DGS Zeit nicht in Verben integriert, sondern immer durch zusätzliche Gebärden ausgedrückt wird.
Noch mehr Einblicke in die Grammatik der DGS und die Kultur der Gehörlosengemeinschaft bieten die „100 Fragen und Antworten rund um die Deutsche Gebärdensprache“.