Wie sprechen die Abgeordneten des Deutschen Bundestages über das Volk, die Bürger:innen, die Wähler:innen? Und was lässt sich daraus über das Verhältnis zwischen Repräsentierenden und Repräsentierten lernen? Diesen Fragen ist Janis Hülder in seiner politolinguistischen Dissertation „Dem Deutschen Volke – Strategien der kommunikativen Rückbindung von Volksvertreter:innen an den Souverän“ nachgegangen. Mithilfe einer Inhaltsanalyse von Plenarprotokollen des Deutschen Bundestages aus den Jahren 1949 bis 2021 unterscheidet Hülder vier Strategien der kommunikativen Rückbindung von Volksvertreter:innen an den Souverän. Er stellt zudem fest: Während die parlamentarische Demokratie mit Repräsentations- und Legitimationslücken kämpft, bemühen sich die Abgeordneten mit Ausnahme der AfD seltener um kommunikative Rückbindung an ihren Souverän – und zwar ausgerechnet seit das deutsche Parlament wieder im Reichstagsgebäude tagt, das die Volksvertreter:innen durch drei Worte weithin sichtbar an den Souverän rückbindet: Dem Deutschen Volke.
Dem Deutschen Volke? – Kommunikation zwischen Abgeordneten und Souverän
- 06.11.2025
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