Das ist eine der Fragen, die Sebastian Walter sich wohl bei der Gestenklassifikation gestellt hat. Denn Erzählfiguren können wir in unseren Gesten entweder ganz verkörpern und auch mimisch darstellen (character viewpoint gesture) oder aber ihre Handlungen nur mit den Händen zeigen (observer viewpoint gesture). In zwei Experimenten zeigt Walter, dass diese Gesten unterschiedlich viel zum Diskurs beitragen können.
Damit trägt er zum Feld der Gestenforschung bei, dessen Entstehung im ersten Beitrag des Hefts von Silva Ladewig nachvollzogen wird. So wurden Gesten lange als nicht-linguistisch abgetan, rücken nun aber durch ihre Relevanz für Informationsstruktur, Prosodie und auch Syntax immer mehr in den Mittelpunkt.
Im letzten Beitrag des Hefts von Winfried Thielmann geht es dagegen um eine der wohl etabliertesten grammatikalischen Kategorien in der Linguistik: das Tempus. Nach dem Zeitverständnis des Aristoteles betrachtet Thielmann die deutschen Temporalmorphemen und kommt zu dem Schluss, dass ihre Funktionalität besser über illokutionäre Sprechakte als über Tempus definiert wäre.
Abgerundet wird das Heft durch eine Rezension von Nanna Fuhrhop.
Ist das Stinktier auf der Hand oder im Gesicht?
- 08.09.2025
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