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The Romance reflexes of the Latin infixes -I/ESC- and -IDI-: restructuring and remodeling processes.


Romanistik in Geschichte und Gegenwart (RomGG), Beihefte 20. 2013. XIV, 327 Seiten.
978-3-87548-636-0. Kartoniert
EUR 88,00
Auch als eBook-PDF (ISBN: 978-3-87548-809-8) erhältlich, z.B. bei ebook.de oder im Google Play-Store.


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One of the salient features of modern Romance verbal morphology is the survival of the Latin residues -I/ESC- and -IDI-, which today either occur as "inflectionally-bound" morphemes or operate as "lexically-integrated" formatives.

Although -I/ESC- and -IDI- followed comparable evolutionary pathways, so far they have not been brought together in a unified account. The present study aims to bridge this 'gap' between both morphemes, by performing a complementary analysis of their formal and functional metamorphoses from Latin to Romance.

The conclusions rest on an extensive data collection and combine extant accounts with new materials gathered from fieldwork. It will be argued that a unilateral approach of linguistic change should be abandoned for a more varied account, in which multiple causes and factors are evaluated and plotted against each other.

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Eines der hervorstechenden Merkmale der romanischen Verbalmorphologie ist der Fortbestand der zwei lateinischen Überbleibsel -I/ESC- und -IDI-, deren formaler und funktionaler Gebrauch sich innerhalb der romanischen Sprachen um zwei grundlegende Pole dreht: -I/ESC- und -IDI- können als Derivations- oder als Flexionsmorpheme (oder zumindest flexionsgebunden) stehen.

Obwohl -I/ESC- und -IDI- eine sehr vergleichbare Entwicklung genommen haben, sind sie noch nie in einer gemeinsamen Studie untersucht worden. Während das Schicksal von -I/ESC- bei Romanisten auf großes Interesse stieß, wurde die Verbindung zu -IDI- bis dato nur fragmentarisch beschrieben. Die vorliegende Studie möchte diese Lücke durch eine ergänzende Analyse der "Metamorphosen", die beide Segmente in der Fortentwicklung vom Lateinischen zum Romanischen genommen haben, schließen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Flexions- bzw. flexionsgebundenen Formen in den gegenwärtigen romanischen Sprachen.

In methodischer Hinsicht kombiniert die Studie eine umfassende heuristische Analyse mit der Korpusanalyse neuer, empirisch erhobener Daten auf der Basis von (dialektologischer) Feldarbeit, elektronischen Befragungen, (neuesten) Wörterbüchern und Dialektatlanten. Die behandelten Themen verbinden Bereiche der theoretischen, historischen und Soziolinguistik.
Die Aufarbeitung der sehr verstreuten, bis in die Anfänge der Romanistik zurückreichenden Literatur ist beeindruckend. Nicht nur, was die Vollständigkeit betrifft, sondern auch die kritische Diskussion, die Verlässlichkeit des Urteils. Der Klarheit der Argumentation entspricht ein flüssiger, konziser Stil. Die Arbeit zeigt einmal mehr, welche nur allzu oft brachliegenden Datenschätze in der Romanistik über die letzten zwei Jahrhunderte angehäuft worden sind. Sie verdienen es, nach modernen Gesichtspunkten gesichtet und in die internationale sprachwissenschaftliche Diskussion eingebracht zu werden, wie dies in dieser Arbeit vorbildlich geschehen ist.
Franz Rainer in Zeitschrift für romanische Philologie (Band 130, Heft 1, März 2014)
Die Vf. legt mit diesem Band eine originelle, gut recherchierte Studie vor, die auf vorbildliche Weise Informationen aus der Fachliteratur mit eigener Feldforschung verknüpft. [...] Alles in allem handelt es sich bei der Studie um einen sehr begrüßenswerten Beitrag, zunächst schon aufgrund der panromanischen Herangehensweise, dann wegen der minutiösen synchronen Dokumentation und Analyse der Infigierungsphänomene anhand überwiegend dialektalen Sprachmaterials, die mit solchem Tiefgang bisher noch keinerlei Darstellung erfahren haben. Romanische Forschungen, Band 127 (2015), Heft 4, Philipp Burdy.
Auch wenn das Konzept der romanischen Philologie weltweit immer mehr in den Hintergrund tritt und einzelphilologische Studiengänge in den meisten Ländern inzwischen im Vordergrund stehen, zeigen Monographien wie die vorliegende überzeugend auf, dass eine gesamtromanische Perspektive in der Sprachwissenschaft nach wie vor sinnvoll ist und bleibt. Lusorama, 103-104 (November 2015, Axel Schönberger.