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Zwei Annalenfragmente aus dem frühen Mittleren Reich


Herausgegeben von Hartwig Altenmüller
Studien zur altägyptischen Kultur (SAK), Beihefte 16. 2015. VIII, 370 Seiten, 11 Tafeln und eine Falttafel.
978-3-87548-712-1. Gebunden
EUR 178,00


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Die Publikation stellt zwei beschriftete Granitblöcke aus der Zeit Amenemhets II. (1878-1843 v. Chr.) vor, die in wiederverwendetem Zustand beim Ptahtempel vom Memphis gefunden wurden. Das große Fragment, das im Jahre 1974 unter der Basis eines Statuenkolosses von Ramses II. herausgelöst wurde, enthält einen Teil der Annalen Amenemhets II. aus der Endphase seiner Regierung. Das kleine Fragment, das bereits am Beginn des 20. Jahrhunderts durch W.M.F. Petrie entdeckt wurde, enthält einen ähnlichen Annalentext aus einer anderen Periode der Regierung Amenemhets II.

Die beiden Inschriften bilden eine außerordentlich wichtige Quelle für die politische Geschichte Ägyptens am Beginn des Mittleren Reiches und sind von großer Bedeutung für die Kenntnis der ökonomischen Grundlagen des Landes und der politischen Ziele Amenemhets II. Beide berichten über zahlreiche Stiftungen des Königs für die Götter Ägyptens, das große Fragment beschreibt den Empfang von Delegationen ausländischer Mächte aus Nubien und Asien und nennt die Zusammensetzung der Tribute. Von herausragender Bedeutung ist ein Kriegsbericht, aus dem sich ergibt, dass das ägyptische Heer unter Amenemhet II. weit in den levantinischen Raum vorgedrungen ist und wertvolle Güter als Kriegsbeute nach Ägypten gebracht hat.
Der Band ist von Interesse für Ägyptologen, Althistoriker, Altorientalisten und Vertreter der Religionsgeschichte.
Alles in allem liegt eine mustergültige Edition vor, die weit mehr bietet als der Leser von einer „normalen“ kommentierten Textausgabe erwartet. Gelegentliche Inkonsequenzen und Unstimmigkeiten ändern an diesem Gesamtbild nichts. Dieses Werk wird für viele Jahre die Standardausgabe zu den historisch so bedeutsamen „Annalen Amenemhets II.“ sein, und niemand, der sich mit diesem Text in Zukunft beschäftigt, wird daran vorbeigehen können. Für seine hochqualitative Arbeit wird dem Autor der Dank der Fachkollegen gewiss sein. Lingua Aegyptia, 23 (2015), Marc Brose.
Das Gesamturteil des Rezensenten fällt eindeutig positiv aus. Die Gedanken bauen stringent aufeinander auf. Die Arbeit kann vom philologischen Standpunkt in jeder Hinsicht als gelungen gelten. Der Autor greift mit sicherer Hand auf das einschlägige Material zurück. Die Lektüre kann daher mit voller Überzeugung weiterempfohlen werden. Wiener Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes, Bd. 106, Stefan Bojowald